Die Geschichte der Bienen – Maja Lunde

Die Geschichte der Bienen – Maja Lunde

Hier findet ihr meine Rezension zu “Die Geschichte der Bienen” von Maja Lunde.

Tao lebt in China 2098, sie ist Arbeiterin und den Feldern zugeteilt. Jeden Tag bestäubt sie viele Stunden ohne Pause Blüten von Hand. Die wenige freie Zeit, die ihr bleibt, verbringt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn. Die Erde ist ein unwirtlicher Ort geworden, die Umweltverschmutzung der letzten 200 Jahre hat deutliche Spuren hinterlassen. Das Sterben der Artenvielfalt, vor allem das Verschwinden von Bienen hat zu weltweiten Hungersnöten geführt und zum Einbruch der großen Industrienationen. Europa und Amerika liegen in tiefster Armut nur dem asiatischen Kontinent gelingt es durch Disziplin einen gewissen Lebensstandard aufrecht zu erhalten, zumindest hat es den Anschein.

George betreibt 2007 eine klassische Bienenfarm in Ohio, längst ist es nicht mehr der Honig mit dem sich Geld verdienen lässt, sondern die Arbeitskraft der Bienen. Mehrere Wochen pro Jahr fährt George durch das Land und bestäubt mit seinen Bienenvölkern Mandelblüten, Raps oder Heidelbeeren. Er achtet auf seine Bienen, arbeitet teilweise unwirtschaftlich, weil ihm das Wohl der Bienen am Herzen liegt. Doch die Bienen verschwinden. Von einem Tag auf den anderen sind auch seine handgefertigten Bienenstöcke leer.

William ist ein Pionier 1852, er hat große Träume, möchte der Welt etwas hinterlassen, etwas noch nie Dagewesenes. Sein besonderes Interesse gilt den Insekten, doch es scheint, als sei er immer einen Schritt zu langsam, ist immer das Feld auf dem er gerade etwas Bahnbrechendes entdeckt hat, schon von einem anderen Forscher enthüllt worden. Das andauernde Scheitern zermürbt William und bringt ihn an die Grenzen des erträglichen.

Maja Lunde schreibt über Bienen. Und über Menschen. Über die Schicksale beider und wie sie miteinander verwoben sind. Sie zeichnet ein düsteres Bild unserer Zukunft und schenkt uns dennoch den Funken Hoffnung, den es braucht, um den Menschen zum Weitermachen zu bewegen. Eine Welt ohne Bienen, können wir uns das überhaupt vorstellen? Eine Welt in der Insekten die Ausnahme darstellen, nicht überall leben und sich behaupten, wie wir es jetzt gewöhnt sind.

Maja Lunde erzählt, wie sich die Imkerei entwickelt hat, wo sie ihre Anfänge hat und welche, für die Bienen, dramatische Wende sie genommen hat, seit die professionelle Bestäubung durch Vollzeit-ImkerInnen ein Wirtschaftszweig wurde.

Ich habe im letzten Jahr ein Haus gebaut, mir war klar, dass ich der Natur etwas wegnehme durch mein Vorhaben. Ich habe rund um das Haus wilde Wiesen stehen lassen bzw. wieder kultiviert. Meine Mutter rauft sich die Haare, weil das Gras oft kniehoch steht, meine Freunde raten mir zum Rollrasen – der aktuell der letzte Schrei ist. Und ich freue mich an Horden von Heuböcken, die aufspringen, wenn ich meine Sense schwinge, an Wildbienen, die vom Hahnenfuß kosten, an Hummeln, die meine Tomaten bestäuben und Käfern und Gewürm, die dafür sorgen, dass die Singvögel im angrenzenden Wald überleben.

Der Natur etwas zurück zu geben und sei es auch nur ein winzig kleiner Anteil, sollte uns allen ein größeres Anliegen sein, als es ist und davon spricht auch Maja Lunde in ihrem großartigen Roman.

frosch-leer

Zum Buch:

Titel: Die Geschichte der Bienen
Autorin: Maja Lunde
Genre: Roman, Dystopie
Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-75684-1
Preis: € 15,99

 

[warning]Klappentext:
Drei Familien, getrennt durch Jahrhunderte, unauflöslich verbunden mit der Geschichte der Bienen.

England im Jahr 1852
Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alle verändern könnte – die Idee für einen völlig neuen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007
Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom irgendwann übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098
Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Al der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Wie alles mit allem zusammenhängt.

Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?
[/warning]

Schreibe einen Kommentar